Hunde-ABC: Begriffe rund um Hunde

Eine Sammlung von Worten nicht nur direkt um Hunde

Degeneration



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Verschiedene Methoden und Vorstellungen in der Hundezucht haben zu Degenerationserscheinungen sowohl körperlicher Natur als auch im Verhalten mancher Hunde geführt.

Das Wort Degeneration als solches ist lateinischen Ursprungs und steht für den deutschen Begriff „Entartung“. In unserem Fall handelt es sich also um körperliche und psychische Entartung von Eigenschaften, die ein Hund in seinem Erbgut mitbekommen hat.

Es sind also wirkliche Defekte, wenn man zum Vergleich ein, ich sage mal, natürliches Tier betrachtet. Dieses Tier ist von seinen körperlichen, psychischen und geistigen Fähigkeiten her in der Lage, den Anforderungen an sein Leben gerecht zu werden.

Ein degeneriertes Tier hat Einschränkungen in diesen Fähigkeiten. Ein relativ harmlose Degeneration bis zum Beispiel angeborene Schwanzlosigkeit. Allerdings muss man damit rechnen, dass diese Erscheinung nur die sichtbarste Degeneration an dem betreffenden Tier ist und dass es weitere gibt, die man vielleicht nicht auf den ersten Blick sehen kann. Andere Degenerationserscheinungen, die zum Teil sogar von der Hundezucht erwünscht sind, sind zum Beispiel Beschwerden beim Atmen durch die erwünschte Schädelform oder Probleme bei der Fortpflanzung etwa durch Schwierigkeiten bei der Geburt. Man könnte diese Aufzählung weiter fortsetzen, etwa mit Gebissmängeln, Defekten an den Augen, Taubheit und natürlich mit diversen vererbten und auch als Degeneration anzusenden Fehlern und Schäden am Skelett.

Eine psychische Degeneration kann es etwa sein, wenn die Aufzucht von Nachwuchs dadurch gefährdet ist, dass das entsprechende Verhalten verkümmert ist und sicher kann man auch die herabgesetzte Hemmschwelle und die erhöhte Aggressionsbereitschaft mancher Blutlinien bei einigen Rassen als solche bezeichnen. Denn in der Natur sind solche Eigenschaften nicht ohne Grund entstanden.

Degeneration kann schnell entstehen, wenn im Rahmen der Zucht auf bestimmte Merkmale hin das Mittel der Inzucht angewendet wird und das vielleicht sogar mehrfach. Inzucht ist eine gängige Methode bei der Zucht aller Tierarten. Sie hat jedoch den Nachteil, dass auch unerwünschte Eigenschaften durch sie gefestigt werden.

Ein anderes Problem sind natürlich die gewollt als Rassemerkmale gefestigten Degenerationserscheinungen, die zum Beispiel dazu führen, dass Tiere der betreffenden Rasse Schwierigkeiten mit der Atmung haben oder auch mit dem Rücken, weil der ja unbedingt überlang sein muss…

Auch diese Aufzählung ließe sich natürlich fortsetzen, aber zur Erklärung des Begriffs genügt es schon, denke ich.

Man glaube übrigens nicht, dass Mischlinge all diese Degenerationen auf keinen Fall haben können. Mischlinge entstehen aus der Kreuzung von Rassehunden mit anderen Rassehunden oder mit Mischlingen oder durch die Kreuzung von Mischlingen untereinander. Aber natürlich sind die Eigenschaften, die schon beim Rassehund vorhanden waren auch auf die Mischlinge vererbt worden, so dass man durchaus nicht sicher sein kann, durch die Anschaffung eines Mischlings den Problemen der Degeneration zu entgehen.

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