Hunde-ABC: Begriffe rund um Hunde

Eine Sammlung von Worten nicht nur direkt um Hunde

Knurren



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Das Knurren eines Hundes hat wohl jeder schon einmal gehört. Es kommt tief aus der Kehle und vermittelt den Eindruck einer Vibration.

Das Maul ist beim Knurren geschlossen, es können jedoch die Lefzen hochgezogen werden, so dass man die Zähne sehen kann.

Wohl jeder Mensch versteht diesen Laut als Warnung. Und so ist es meistens auch gemeint. Es kann eine Warnung einem anderen Hund gegenüber sein, eine Warnung einem Menschen gegenüber oder auch eine Warnung vor etwas, was der Hund wahrnimmt und noch nicht richtig einordnen kann. Dann will er die Warnung vor dem Unbekannten seinen Rudelgenossen mitteilen.

Salopp ausgedrückt kann man nur sagen: wer angeknurrt wird und es nicht beachtet, der ist selber schuld. Das gilt natürlich nur dann, wenn der Hund, der einen anknurrt, nicht der eigene, sondern ein fremder Hund ist. Der Hund war dann jedenfalls ehrlich, offen und konsequent, ein Vorbild geradezu – ihm einen Vorwurf zu machen, wenn er seine Ankündigung nicht nur leer „in den Wind geknurrt“ hat, wäre absurd und niederträchtig.

Des Knurren kann natürlich auch eine Verteidigungshaltung signalisieren, die aus Unsicherheit oder Angst entstanden ist. Ohne zu vermenschlichen wird jeder nachvollziehen können, dass ein Lebewesen in dieser Gemütslage eher zur aktiven Selbstverteidigung übergeht und vehementer reagiert, als bei einem selbstbewussten Behaupten der eigenen Interessen.

Knurrt einen jedoch der eigene Hund an, so hat man das Verhältnis zum Hund grundlegend falsch aufgebaut. Jedenfalls, wenn der Hund das Knurren tatsächlich als Drohung meint, zum Beispiel sein Futter oder Spielzeug verteidigen will. Wenn das gegenseitige Verhältnis in Ordnung ist, kommt das niemals vor und es ist für den Hundebesitzer nicht das geringste Problem, dem Hund wegzunehmen, was immer er möchte. Sogar das Futter aus dem Maul wieder heraus. Wer von seinem eigenen Hund in einer solchen Situation angeknurrt wird, benötigt dringend professionelle Hilfe, um das Verhältnis zum Hund auf eine tragfähige Basis zu stellen.

Aber es gibt auch ein Knurren, was nicht warnend gemeint ist. Zum Beispiel gibt es einen dem Knurren zum Verwechseln ähnlichen Laut beim Spielen. Meist ist er um etwas höher im Ton und wird durchaus auch bei leicht offenem Maul ausgestoßen. Es ist Sache des Hundehalters, seinen Hund so zu kennen, dass er dieses Knurren unterscheiden kann.

Und dann gibt es noch einen Laut, der sich fast genau wie Knurren anhört, und der nicht von allen Hunden benutzt wird. Der gängigste Ausdruck dafür ist wohl „Freudebrummen“. Jemand, der das nicht kennt und einem solchen Freudebrummer zum ersten Mal begegnet, mag mindestens stark irritiert sein. Als unser absolut menschenfreundlicher, großer, breiter Rottweiler Argus noch lebte hatten wir öfters Gelegenheit, solche Irritationen bei Menschen zu sehen, die so einen Hund noch nicht kannten und ihn begrüßen durften. Aber auch bei anderen Rassen habe ich dieses Brummen immer mal wieder erlebt. Man muss eben stets das Ganze sehen und das Ausdrucksverhalten in der Gesamtsituation mitberücksichtigen.

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