Hunde-ABC: Begriffe rund um Hunde

Eine Sammlung von Worten nicht nur direkt um Hunde

Lernfähigkeit



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Die Lernfähigkeit auf Seiten des Hundes wird leider mindestens ebenso oft unterschätzt wie die Lernfähigkeit eines erheblichen Teils der Hundehalter offenbar überschätzt wird.

[ad#160×600-rechts-text]Hunde können eine Menge lernen. Diese Fähigkeit zum Lernen ist angeboren und für ein sozial lebendes Raubtier absolut überlebenswichtig. Dementsprechend tief verankert ist die Lernfähigkeit im Erbgut von Hunden. Das heißt natürlich nicht, dass andere Tiere nicht lernen könnten. Aber Hunde sind nun einmal ganz besonders prädestiniert dazu und ganz besonders dann, wenn es darum geht, Dinge zu tun, die die Zusammenarbeit erfordern. Bei den meisten Hunden löst Zusammenarbeit einfach Freude aus. Und die ist natürlich immer eine gute Grundlage zum Lernen.

Häufig findet man die Ansicht vertreten, dass Hunde nur in einem begrenzten jüngeren Alter dazulernen können. Das ist so nicht richtig. Es gibt zwar Altersphasen, in denen Hunde besonders gut disponiert sind zum Lernen, also die Lernfähigkeit ausgeprägter ist als in anderen Altersphasen. Aber sie hört nicht irgendwann auf. Auch ein älterer Hund kann noch dazulernen. Ganz besonders dann, wenn er in der Jugend bereits das Lernen gelernt hat, es also mit positivem Erleben verknüpfen gelernt hat.

Manches Mal muss ein älterer Hund auch etwas dazulernen. Es gehört lebenslänglich dazu, zu lernen. Das gilt für Menschen wie für Hunde gleichermaßen. Um ein Beispiel zu nennen: Ältere Hunde leiden sehr häufig unter Bewegungsstörungen. Darum kommt irgendwann vielleicht der Tag, an dem der Sprung ins Auto oder aus dem Auto heraus nicht mehr möglich ist. In diesem Fall besorgt oder bastelt man sich eine stabile Rampe zum Zusammenklappen oder Zusammenschieben, die man im Auto immer dabei hat. Und natürlich lernt auch ein zwölfjähriger Hund noch ohne weiteres, diese Rampe zu benutzen, auch dann wenn er in seinem ganzen Leben nichts mit so etwas zu tun gehabt hat.

[ad#160×600-links]Schade ist, dass der andere Partner, der Mensch nämlich, sich häufig als erstaunlich lernresistent erweist. Wie sonst kann man die schrecklichen Bilder erklären, wenn ein Hund erst beim fünften Rufen kommt und dann prompt nicht nur beschimpft sondern auch noch geschlagen wird, womöglich auch noch mit der Hand,, sobald er bei seinem Besitzer ankommt. Wenn man irgendwo ist, wo viele Leute mit ihren Hunden sind, dann kann man das fast täglich beobachten. Hundeerziehung geht anders.

Wie viel Ignoranz ist erforderlich, um die simple Logik dieses grundfalschen Verhaltens auf seiten des Besitzers nicht ganz von selbst zu erkennen? Muss man wirklich erst lernen, dass man damit sein Tier für das richtige Verhalten bestraft und das auch noch in einer überkommenen und heute nirgends mehr akzeptierten Art und Weise?

Wie viel Ignoranz ist erforderlich, um alle Ergebnisse der Verhaltensforschung an Tieren aus den letzten Jahrzehnten vollkommen zu übergehen und immer weiter mit der Stupidität des Unbelehrbaren die gleichen fundamentalen Fehler zu wiederholen?

Ein ernstzunehmender Hundebesitzer ist permanent auf der Suche nach weiteren Informationen, neuen Ergebnissen, erfolgreichen Methoden, die andere anwenden, und benötigt für seine innere Zufriedenheit das ständige Dazulernen über Hunde.

Denn das Lernen, das Sammeln neuer Erfahrungen und Eindrücke  ist schließlich auch ein Grundbedürfnis des Lebens als solches.

Leider ist es nach wie vor ein Traum, zu denken, dass der Durchschnitt aller Hunde haltenden Menschen auf diese Weise an das Thema „Hund“ herangeht und seine eigene Lernfähigkeit immer weiter kultiviert.

Mögen solche Leute doch endlich einsehen, dass ihr Hund ihnen solange haushoch überlegen sein wird, wie sie der eigenen Ignoranz kein Ende setzen wollen.
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