Hunde-ABC: Begriffe rund um Hunde

Eine Sammlung von Worten nicht nur direkt um Hunde

Offenheit



von

Eine der wichtigsten Eigenschaften, wenn man mit Tieren umgeht, ist Offenheit – und zwar in mehreren Beziehungen.

Offenheit ist zunächst einmal eine Eigenschaft, die auf das Gesamtbild einer Person großen Einfluss hat. Denn Offenheit kann natürlich auch im Sinn von Ehrlichkeit gebraucht werden. Und Ehrlichkeit ist eine Voraussetzung für Berechenbarkeit. Offenheit, Ehrlichkeit und Berechenbarkeit sind unbedingt nötig, um Vertrauen zu schaffen. Und alles vier zusammen gehört zu den Grundvoraussetzungen, um zu einem Hund oder anderen Tieren einen wirklichen Kontakt zu schaffen und zu erhalten.

Offenheit kann man aber auch in dem Sinn verstehen, offen zu sein für Neues. Offen zu sein für Neues ist für jeden, der mit Tieren umgeht eine weitere Voraussetzung des Erfolgs. Es gab wohl keine Zeit, in der so viel über das Verhalten von Tieren geforscht wurde, wie in der unseren. Die Ergebnisse der Forschungen in diesem Bereich verschaffen uns ständig bessere Kenntnisse und Möglichkeiten, mit Hunden und anderen Tieren artgerecht umzugehen. Aber auch andere Publikationen sind in geradezu ungeheurer Menge zu finden. Durch Erfahrungsberichte und das, was andere über ihre Gedanken zu Methoden und Einstellungen veröffentlichen, haben wir heute eine weitere stark sprudelnde Quelle, um zu immer wieder neuen Informationen und Anregungen zu kommen. Man muss sich in diesen Zeiten schon überlegen, wie man die Informationen vorsortieren kann, denn es ist unmöglich, wirklich alles zu lesen, zu sehen, zu hören und aufzunehmen.

Trotzdem: Offenheit gegenüber neuen Erkenntnissen und Erfahrungswerten ist unverzichtbar, wenn man die Absicht hat, sich auf seine Hunde wirklich einzustellen und ihnen den besten Umgang mit ihnen zu bieten, der einem möglich ist.

Offenheit steht aber auch dafür, offenen Sinns zu sein für sein Gegenüber und für seine Umgebung. Offenen Sinns für sein Gegenüber zu sein, heißt in diesem Fall, seinen Hund vorurteilsfrei und unvoreingenommen zu beobachten. Damit schafft man sich die Voraussetzung, Dinge nicht überzubewerten. Überbewertet wird zum Beispiel sehr häufig, wenn der Hund „etwas falsch macht“. Offen zu sein hilft einem dabei, die Reaktionen seines Tieres zu relativieren, mit ruhiger Überlegung herauszufinden, wie sie entstanden sein mögen und die passenden Maßnahmen zu finden, um das zu ändern, was einen stört. Das bewahrt vor Überreaktionen und Vertrauensverlust.

Die Offenheit in all diesen Bedeutungen zu pflegen, ist also etwas, was einem Menschen, der mit Hunden umgeht, immer irgendwo im Bewusstsein bleiben sollte.

Tags: Hunde-ABC O